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Caseologia und andere Merkwürdigkeiten zu Käse und Butter

Verein Milch & Kultur Rheinland und Westfalen e. V., Köln, August 2010

Autoren:  Fritz Käsefäix, Bartholomäus Bolla, J. Gerstenberg, Johannes-Petrus Lotichius, Friedrich Käseberg, Nicolaus Eberhardi

  Außentitel

  Zu diesem Band

  Vorwort

  Zum Geleit

  Buchbesprechung von Prof. Dr. Dr. E. Schlimme

  Buchbesprechung von Dr. Hans-Georg Brod

  Einige Abbildungen aus dem Buch



Zu diesem Band

Die Herausgabe milchhistorisch bekannter, aber textlich nicht ins Deutsche übertragener Werke ist ein Gebiet, dem sich die ehemalige Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt in Krefeld und der Verein Milch & Kultur Rheinland und Westfalen e. V. Köln in Köln mittels des Hallenser übersetzers Dr. phil. Siegfried Kratzsch seit 1996 angenommen haben.
Vielfach wurden in der Vergangenheit Professoren, Doktoren und Doktoranden der Medizin, aber auch Philologen, Philosophen und unbekannte Autoren unter Pseudonym tätig, um das interessante Gebiet der Milchwirtschaft, der Butter, des Käses und der Molke darzustellen, da Milchwissenschaftler noch fehlten. Bereits im Altertum und im Mittelalter wurde das interessante Gebiet der Milchwirtschaft, der Butter, des Käses und der Molke in griechischen, lateinischen und arabischen wissenschaftlichen, agrarwissenschaftlichen und vor allem medizinischen Werken ausführlich dargestellt. Wissenschaftliche Monographien im Universitätsbereich, die auf dieser Literatur fußen und in der Wissenschaftssprache Latein abgefasst sind, erschienen erst am Beginn der Neuzeit.
Für breitere Kreise bestimmte satirische Werke zum Käse wurden entweder in volkstümlichem Latein oder in der Volkssprache abgefasst.
Dazu dienten wissenschaftliche Werke mit Verfasserangabe (J. Gerstenberg; J.-P. Lotichius), Dissertationen
(N. Eberhardi; Fr. Käseberg) und auch Druckschriften für ein breites Publikum ohne bekannten Verfasser bzw. unter Pseudonym in der Volkssprache (Fritz Käsefäix), aber auch fingierte Disputationen mit makkaronischer Dichtung als Beiwerk (B. Bolla). Das letztere ist ein scheinwissenschaftliches Werk in volkstümlichem Latein, in dem der akademisch nicht qualifizierte Autor, ein Hofnarr, seinen echten Namen nennt.
Alle diese hier erstmals vereinigten Einzelwerke, die die Zeit von 1606 bis etwa 1690 umfassen, liegen bis auf den schon in deutscher Sprache verfassten Käsefäix, der ca. 1650 bzw. 1690 erschien, erstmals in deutscher übertragung aus dem Lateinischen vor.
Die "Caseologia" des Fritz Käsefäix, die diesem Buch zum Teil auch den Titel gab, listet erstmals fast alle deutschen Käse umfassend auf und zeigt die frühen deutschen und ausländischen Käsetraditionen.
Möge nicht nur der historisch interessierte Berufsstand der Milch- und Molkereiwirtschaft auch hiermit weitere Anregungen und geschichtlich Neues erfahren!

Ein besonderer Dank gilt dem seit Jahren unermüdlichen Übersetzer, Frau Marina Bela als Gestalterin der Manuskripte und allen Mitgliedern des "Vereins Milch & Kultur" in Köln für ihre Unterstützung des Projekts:
( www.verein-milch-und-kultur.de  bzw. www.verein-milch-und-kultur.eu ).
Wegen der Fülle von Sachworten ist jeder einzelnen Arbeit ein eigenes Sachwortverzeichnis beigefügt.

Auf bisherige Veröffentlichungen unseres Vereins wird auf einer gesonderten Seite hingewiesen (S. 270).

H. Stöcker      W. A. Gewert      C.-L. Riedel

Vorwort

Unsere fünfte Veröffentlichung zur Geschichte der Milchwirtschaft ist erstmals ein Sammelband und beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Käse bzw. mit Aspekten des Käses. Die einzelnen Stücke dieses Sammelbandes sind alle im 17. Jahrhundert in Deutschland entstanden.

Das erste Stück unserer Sammlung ist die "Caseologia". Darin sind die Namen des Autors ("Fritz Käsefäix"), des Verlagsortes ("Stanckfort") und des Verlegers "Hans Käsebarth" fingiert, und das Werk ist in deutscher Sprache abgefasst. Schon das Titelblatt zeigt also, dass es sich nicht um ein wissenschaftliches, sondern um ein Werk der Unterhaltungsliteratur handelt. Das Thema des Werkes ist die Wertung der dem Autor bekannten deutschen und ausländischen Käsesorten, die auf unterhaltsame Weise erfolgt. 12 Käsesorten werden als gut, 15 als schlecht bewertet. Für uns interessant sind vor allem die kulturhistorischen Angaben zur Geschichte des Käses in diesem Buch. Die "Caseologia" reiht sich als Nr. V ein in eine Reihe von insgesamt 7 Büchern mit ähnlichen Titeln, die außer dem Käse die Würmer, Kaffee und Tee, das Bier, den Tabak, die Wurst und die Gänse behandeln, mit der Caseologia zusammen veröffentlicht wurden und wahrscheinlich vom gleichen Verfasser stammen (siehe Hansen in unserer Sammlung auf S. 3). Der Titel dieser Sammel-Veröffentlichung lautet: "Die neueröfnete lustige Schaubühne Menschlicher Gewohn- und Thorheiten". Die "Caseologia" gibt sich als Revision in letzter Instanz eines vorherigen juristischen differenzier-ten Urteils über die verschiedenen Käsesorten, gegen das die in erster In-stanz verurteilten ("verdammten") fünfzehn alten Käsesorten ("Nationen") appelliert hatten. Diese Revision, von Schiedsrichtern ausgeführt und auch die zwölf freigesprochenen ("gerechtfertigten") Käsesorten einbeziehend, bestätigt nun das Urteil mit ausführlicher Begründung, am ausführlichsten beim "alten Innungs-Meister und Vorsitzer" der Verurteilten, dem alten böhmischen Käse.

Der Verfasser hat, dem Geschmack seiner Leserschaft entsprechend, eine ausgesprochene Vorliebe für das Unflätige und Obszöne, was sich auch in seinem Vokabular zeigt. Diese Vorliebe hat er mit der Literatur der Fazetien gemeinsam, die er denn auch für sein Werk ausbeutet. Fazetien, von dem Florentiner Poggio Bracciolini mit seinen "Libri facetiarum IV" (1470) als Gattung begründet, sind kleine, knapp gehaltene, scherzhafte Erzählungen ursprünglich in lateinischer Prosa, meist satirischen oder erotischen Inhalts, die gern auf ein zugespitztes Wort hinauslaufen. Von einer dieser zitierten Fazetien (s. S. 33 – 34) gibt Käsefäix als Quelle die Facetiae facetiarum (vollständiger Titel sehe
S. 43) an. Das Zitat steht nicht in der Ausgabe von 1645, ist also wohl erst der dritten eingefügt. Das zugespitzte Wort am Ende ist hier ein makkaronisches Reimpaar mit der Aussage, die Männer seien nach Ge-nuss von viel Käse nicht imstande, die sexuellen Begierden der Frauen zu befriedigen. Diese Aussage finden wir in der Caseologia noch öfter in poetischer und prosaischer Form.

Käsefäix ist auch ein großer Freund von Wortspielen und –verdrehungen. Hierin erinnert er an Johann Fischart, dessen gezielte Verballhornungen von Fremdwörtern jedoch wesentlich sinnreicher sind.

Das zweite Stück trägt den Titel "Admirabiles conclusiones de casei stupendis laudibus" und ist von dem Heidelberger Hofnarren Bartholomaeus Bolla verfasst. Formal gibt es sich als 69 Thesen für eine fingierte Disputation "in der Akademie der Käseliebhaber". Diese Thesen sind, um die Fiktion der Wissenschaftlichkeit aufrecht zu erhalten, in der Sprache der Wissenschaft, einem (hier nicht gerade akademischen) Latein abgefasst. Als für eine akademische Dissertation obligatorischer Disputationspräses wird, anstelle des sonst üblichen Professors einer der vier Fakultäten (Philosophische, Juristi-sche, Medizinische, Theologische) der gewiss akademisch ungebildete Weingott Bacchus angegeben. Fingierter Druckort und ebenfalls fingierter Verleger sind Paris und Baptista Tholosan. Verlassen wird die Fiktion der akademischen Disputation durch das Vorwort an Karl Fugger mit dem Datum "Parisii, 17. Augusti 1606". Es gibt drei verschiedene nur durch das Titelblatt unterschiedene Ausgaben mit drei verschiedenen Verleger-Signets (für denselben fingierten Verleger), eine o. J., eine 1606, eine 1607. Fast sämtliche Fakten in Bollas Thesen sind für jeden damaligen Leser erkennbar gefälscht, so dass die Zugehörigkeit des Werkes zu den ironischen Enkomien, einer Gattung, deren Werke alle natürlich, unabhängig von ihrer literarischen Form, der Unterhaltungsliteratur angehören, dem Zeitgenossen ganz klar ist, auch ohne die gleich zu nennenden Worte des Autors im Vorwort. Dort sagt er nämlich, Philosophen und Mediziner hätten ihre Zeit und die ihrer Leser damit vergeudet, über den Luftraum, über den leeren Raum, über die Ideen, darüber, wie man das mittlere Ziel der Mädchen findet, über die Untersuchung des Bauches, über die Fliege, über die Ameise, über den Kot, über das Lob des Esels, über das Lob des Hahnes, über das Warm-Trinken, über den Trojanischen Krieg, über den Raub der Helena, über die Franzosenkrankheit, über den Krieg der Frösche, über den Krieg der Ratten mit den Katzen, über das Narrenschiff und andere Albernheiten und Phantastereien zu schreiben, statt über den Käse, den lobenswertesten Gegenstand. Damit stellt Bolla sein Werk selbst in die Reihe der genannten ironischen Enkomien, deren Geschichte bis in das griechische Altertum zurückreicht ("Lob der Helena" des Isokrates). Eine nach Themen gegliederte Sammlung dieser Enkomien, in denen ausschließlich nach Meinung der Autoren nicht lobenswerte Dinge ironisch gelobt werden, gibt das 1619 in Hanau erschienene "Amphitheatrum Sapientiæ Socraticæ Joco-Seriæ" von Caspar Dornavius (Neuausgabe mit ausführlicher literaturwissenschaftlicher Einleitung von Robert Seidel, Goldbach bei Aschaffenburg 1995), in das (als eines von mehreren ironischen Enkomia des Käses) Bollas Käsewerk vollständig aufgenommen ist. Dass man im 20. Jahrhundert ein die Wissenschaft parodierendes, am Käse gar nicht wirklich interessiertes Werk als marktschreierische Werbung für den Käse missverstehen konnte, weil man die damalige wissenschaftliche Literatur über den Käse, die auch Bolla vollständig unbekannt ist, und das literarische Genre von Bollas Werk nicht kennt, zeigt der Aufsatz von Ertl. Die Meinung, der Käse sei wertlos, hat Bolla mit Lotichius gemeinsam, doch trennen ihn im Niveau Welten von diesem philologisch und medizinisch hochgebildeten Wissenschaftler. Nach Dornaus "Amphithea-trum" von 1619 ist Bollas ironisches Käselob noch in eine ähnliche Sammlung aufgenommen worden. Es handelt sich um eine Sammlung von Scherz-Disputationen, die drei Auflagen erlebt hat, eine 1615, eine 1645 und eine 1657, die "Facetiae facetiarum" (genauer Titel der Auflage von 1645 s. S. 43). Bollas Werk wurde ohne Verfassernamen, Titelblatt und datiertes Vorwort in die 2. Auflage dieser Sammlung aufgenommen, so dass Genthe, dem Bolla als Verfasser eines makkaronischen Gedichtes bekannt ist, ihn in seiner "Geschichte der maccaronischen Poesie und Sammlung ihrer vorzüglichsten Denkmäler" (1829, Repr. Wiesbaden 1966) nicht als Verfasser des Käselobs erkennt. Aufgenommen wurde außer den Thesen jedoch das von Bolla ihnen vorangestellte Gedicht "Descriptio patriae casei et felicitatis indicibilis loci", die Beschreibung vom Käse-Parnaß von dem Klassiker der makkaronischen Dichtung, Merlinus Coccaius (eigentlich Teofilo Folengo, 1491 – 1554) sowie, wieder ohne Verfassernennung, das Gedicht "In Caseos ovillos Silesiae ad Melpomenen Horatianam", also auf die Schafkäse Schlesiens, des Juristen, kaiserlichen Rats und Kammerfiskals, gekrönten Poeten und Mäzens Tobias Scultetus (Tobias von Schwanensee und Bregoschütz, *1565 in Oschatz/ Sachsen, †1620), unter der überschrift "Käse", das auch im "Amphithea-trum" Bollas Käselob vorangeht. Das Gedicht von Scultetus ist eine Parodie auf Horaz' Ode IV 3, in der Strophenform des Originals (vierte askle-piadeische Strophe) und mit zahlreichen wörtlichen Zitaten aus diesem thematisch ganz käsefernen Gedicht. Weggelassen ist in den Facetiae facetiarum, wie gesagt, das an Karl Fugger gerichtete und "Parisii, 17. Augusti 1606" datierte Vorwort, in dem Bolla, ironisch und ohne Verfasserangabe, 17 Themen ironischer Lobschriften nennt. Dies erinnert an eine Liste von 24 lateinischen und 6 deutschen Themen solcher Schriften, meist mit Verfasserangabe, die der ungenannte Verfasser der Scherz-Disputation über die Küsse, die ebenfalls in die Facetiae facetiarum aufgenommen wurde, gibt. Die Aufnahme von Bollas Käselob in diese Sammlung unterstreicht seine Zugehörigkeit zu den Scherz-Disputationen und gibt die Möglichkeit des Vergleichs.

Wissenschaftlichen Charakter haben und deshalb in gelehrtem Latein abgefasst sind die folgenden Stücke. Außer dem Thema sind ihnen auch ihre Haupt-Autoritäten, die griechischen ärzte Hippokrates und Galen und der griechische Philosoph Aristoteles, gemeinsam. Mediziner vom Fach ist unter den Verfassern der Stücke allerdings nur Lotichius.

Jacobus Gerstenbergs 684 philosophische Disputationsthesen zum Thema "qui fiat quod multi abhorrent ab esu casei", am 13. September 1606 in Jena unter dem Vorsitz des Professors der griechischen Sprache Thomas Sagittarius verteidigt, geben auf aristotelischer Grundlage ein System der Kategorien aller Ursachen und untersuchen, unter welche Kategorie die Ursache für die genannte Tatsache fällt. Dabei hält sich der Verfasser an die Lehre von Julius Cæsar Scaliger. Weiteres zum Inhalt und zu den Ausgaben in meinem Vorwort zum Werk Gerstenbergs.

1643 gab der Arzt und Philologe Johannes Peter Lotichius in Frankfurt am Main seinen Traktat über die Wertlosigkeit des Käses heraus. 27 Thesen sollen wissenschaftlich beweisen, dass der Käse wertlos ist. Zu bezweifeln ist nicht die Ernsthaftigkeit und Wissenschaftlichkeit dieses Versuchs, nur das, was bewiesen werden soll. Den Schluss unserer Sammlung bilden zwei unter dem Vorsitz des Philosophen Johann Andreas Schmidt beide im August 1680 in Jena verteidigte naturwissenschaftliche Dissertationen zu Käse und Butter als Nahrungsmittel. In Friedrich Käsebergs Dissertation über Käse als Nahrungsmittel werden außer den griechischen ärzten Hippokrates und Galen und dem griechischen Philosophen Aristoteles noch die Griechen Ælianus, Æschylides, An-tiphanes und Athenaios und der Römer Plinius zitiert, unter den Neueren zieht der Autor u. a. Casaubon, Conring, van Helmont und Plemp heran, geht aber vor allem auf Lotichius (kritisch) und Schoock ein. Er teilt Schoocks subjektive Abneigung gegen Käse, lässt sie aber keinen Einfluss auf seine objektive Wertung des Käses gewinnen. In der Dissertation von Nicolaus Eberhardi über Butter als Nahrungsmittel erscheinen auch die Griechen Hippokrates, Galen und Aristoteles und der Römer Plinius sowie Casaubon, Conring, van Helmont und Plemp, und auch hier wird das Vorgängerbuch Schoocks genannt.

Siegfried Kratzsch

Zum Geleit

Die Entwicklung der Wissenschaften führt (auch) im 17. Jahrhundert zu neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Denkansätzen, die langfristig eine Neuordnung der Wissenschaftsdisziplinen zum Ergebnis hat. Chemie und Pharmazie werden zu eigenständigen Disziplinen und trennen sich von der Medizin. Und die Milchwirtschaft, die selbst noch weit entfernt von einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise ist, findet sich in der Landwirtschaft (und hier insbesondere in der Hausväterliteratur), der Medizin, der Chemie und selbst in der Pharmazie wieder. Die hier nur beispielhaft genannten "neuen" Disziplinen bedienen sich selbstverständlich des Wissensfundus des Gebietes, aus dem sie hervorgingen. Das erklärt, dass die die Milch und ihre Produkte betreffenden Erkenntnisse sich gleichermaßen in Kräuterbüchern, Abhandlungen zur Chemie und Arbeiten zur Medizin (und hier insbesondere zur Ernährung) finden. Bei aller Spezialisierung und Weiterentwicklung der genannten Fachwissenschaften bleibt die Temperamentenlehre vorerst noch das Bindeglied zwischen ihnen. Die "Hausväterliteratur" berücksichtigt sie, indem sie wenige derartige Aussagen unkommentiert aufnimmt und gleichzeitig die zahlreiche Literatur auf diesem Gebiet ignoriert.

Der an der Geschichte der Milchwirtschaft Interessierte findet einen verwirrenden Zustand vor: Jede der neuen und sich weiterentwickelnden Fachdisziplinen präsentiert humoralpathologische Aussagen, die auf Hippokrates, Dioscorides und Galen zurückgehen und regelmäßig ohne substantielle Veränderungen fortgeschrieben werden. Mit Ausnahme der in deutscher Sprache abgefassten Caseologia werden alle anderen in dieser Ausgabe vereinigten Arbeiten erstmals in der übersetzung aus dem Lateinischen vorgelegt. Letztgenannte Arbeiten fanden auch keinen Eingang in die "milchwirtschaftliche" Literatur. Wenigen älteren Fachkollegen werden kurze Zusammenfassungen der Arbeiten von Lotichius und Bolla bekannt sein, die in den 30'er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschienen und auf die im Text Bezug genommen wird.

Den Interessierten erwarten oft kurios anmutende Aussagen zu Käse und Butter, die zugleich die verschiedenen Blickwinkel der Autoren auf den zu behandelnden Gegenstand und damit die Spielräume der Darstellung offenbaren.

Der anonyme Autor der Caseologia bedient sich einer derben volkstümlichen Sprache, um die Wirkungen des Verzehrs von Käse darzustellen. Er berücksichtigt die ihm bekannten Käsesorten und teilt deren Eigenschaften nach unterschiedlichen Kriterien ein. Aber in dieser Arbeit werden nach heutigem Kenntnisstand erstmals die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts be-kannten Käsesorten summarisch dargestellt.
Bartholomäus Bolla singt das Loblied des Käses in Thesen, die einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht standhalten können und auch nicht sollen. Die Anlage dieser Arbeit schließt jeden Konflikt mit der herrschenden Meinung aus und relativiert sie dadurch unausgesprochen.

Die Arbeit von Jakob Gerstenberg hingegen verfolgt wohl das Ziel, die Einheit und Reinheit der Wissenschaften am Beispiel der Temperamentenlehre zu wahren. Seine Disputationsthesen zeigen den Weg der Betrachtung und Lösung von Problemen, wie hier der Frage, wie es kommt, dass Viele eine Abneigung gegen das Käse-Essen haben. Dieses "Gedankenmuster" versucht die vorgenannte Frage durch 684 Thesen (es sind 683) zu klären. Nur in 13 Thesen kommt der Begriff Käse überhaupt vor. Der streng systematisierte formale Ablauf der Gedankenführung ermöglicht die Beantwortung aller Fragen nach den angegebenen Regeln. Er findet sich, freilich in sehr unterschiedlichen Lesarten, in allen in diesem Band veröffentlichten Arbeiten. Seine Kenntnis erleichtert dem heutigen Leser das Verständnis der Gedankenführung der Autoren und damit ihrer Werke. Zugleich wird deutlich, auf welchen Wegen einige Autoren, die nicht in dieses System passenden Erkenntnisse einzupassen versuchen, ohne dadurch Schaden an ihrer Reputation zu nehmen. Lotichius, Käseberg und Eberhardi verfolgen dieses Ziel in unterschiedlicher Ausprägung.

Bei der Veröffentlichung von Teilen einzelner Arbeiten geht deren Zeitbezug verloren und die publizierten Aussagen wirken sehr merkwürdig auf den Leser. Der Wert des vorgelegten Konvolutes besteht darin, dass der Zeitbezug der erstmals vollständig veröffentlichten Arbeiten schon dadurch nicht gänzlich verloren geht. Dem Interessierten ermöglicht es einen überblick über Aspekte der Geschichte der Milchwirtschaft, die in der Fachliteratur weitgehend unberücksichtigt blieben und nun erstmals zugänglich sind.

Dieter Hansen
Berlin, 25. November 2009

Buchbesprechung von Prof. Dr. Dr. E. Schlimme

Friedrich Käseberg, Nicolaus Eberhardi: Caseologia und andere Merkwürdigkeiten zu Käse und Butter im 17. Jahrhundert. Neuherausgabe der Ausgaben von 1606 bis 1690. Deutsche übersetzung aus dem Lateinischen von Siegfried Kratzsch, Halle/Saale. Wissenschaftliche Redaktion: Carl-Ludwig Riedel, Krefeld und Dieter Hansen, Berlin. Herausgeber: Verein Mich & Kultur Rheinland und Westfalen e.V., Köln. Graphische Gestaltung: Werner Meyer, Krefeld. Druck: JVA Willich, Willich. 1. Auflage 2010, Beiträge zur Milchwirtschaft, Bd. 6, 270 S.,
ISBN 978-3-9810663-4-0 .

Diese nunmehr in deutscher Sprache vorliegende Anthologie milchwirtschaftlicher Texte von 6 Autoren aus dem 17. Jahrhundert sind verschiedenen Literaturgattungen zuzurechnen : einerseits Scherz- und Ironiestücken wie Facetien und Enkomien (Käsefäix; Bolla), andererseits gelehrten Abhandlungen wie wissenschaftlichen Traktaten und Dissertationen (Gerstenberg, Lotichius, Käseberg, Eberhardi).

Das 1. Stück <Caseologia> von Fritz Käsefäix wurde nicht in Latein, der Wissenschaftssprache, sondern in der Sprache der Bevölkerung verfasst und als Scherzrede angelegt. Verfasser, Verlag und Verlagsort sind sämtlich fingiert. Der pseudonyme Autor Käsefäix schreibt in volkstümlichem Deutsch und lässt damit den Leser die Sprache damaliger breiter Kreise zu einem alltäglichen Thema <nacherleben>. Das in der Herzog-August-Bibliothek verfügbare Exemplar (Kopie) wurde zur Veröffentlichung im vorliegenden Buch von Dieter Hansen umgeschrieben und bearbeitet. Käsefäix bewertet Eigenschaften und Wirkungen von 27 unterschiedlichen in- und ausländischen Käsesorten hinsichtlich ihrer <Tugenden und Lasten>, und stuft die Käse danach ein, ob ihr Verzehr als "gerechtfertigt" oder als <verdammt> zu bewerten ist. Der Autor lässt seiner derben, kraftvollen und direkten Sprache ihren Lauf, erfreut sich und den  Leser an  humorvollenWortspielereien, schwelgt im anstößigen, obszönen, schwankhaften, schlüpfrigen, sinnlichen Vokabular und wertet die Käsesorten gern auch im Hinblick auf deren libidinöse Wirkungen, wenn er beispielsweise die Magd sagen lässt: „… wenn mien Schatz Käse it, taug seine Pippe nit!“.  Dem Text schließen sich ein Abschnitt über <Fremde Wörter und Sätze (meist in Latein)> (S. Kratzsch) und ein ausführliches Sachwortverzeichnis (C.-L. Riedel) an.

Das 2. Stück <Bewundernswerte Thesen über das staunenswerte Lob des Käses> von Bartholomäus Boll besteht aus 69 Thesen über die <edelste Gattung der Speisen>, wurde 1606 erstmals in lateinischer Sprache veröffentlicht und liegt nunmehr in deutscher, kommentierter Übersetzung (S. Kratzsch) vor. Der Verfasser dieser fingierten Disputation ist der makkaronische Dichter und Hofnarr Bartholomäus Bolla. Als Disputationspräses, dem heutigen Vorsitzenden einer Promotionskommission, <fi/ungierte> kein geringerer als der Weingott Bacchus. Der Text ist der Literaturgattung der <ironischen Enkomien> zuzurechnen, deren Wurzeln bis ins Altertum reichen und an sich nicht lobenswerte Dinge ironisch loben, ein Stück Scherzliteratur. Das 1. wie das 2. Stück  gehören zu den <Facetien>, nur Bolla gibt seiner Arbeit den Rahmen der <Wissenschaftlichkeit>. Letztlich verspottet der Autor die Wissenschaft mit eulenspiegelhafter Klugheit, kennt sich in der Geschichte aus, gibt weisen Rat und zieht manch kühnes Fazit, wie beispielsweise in der 25. These <… Amor habe nur so große Wirksamkeit, weil der Käse ihm seinen Geschmack gebe> oder in der 28. These <… weil sich Paris an Limburger Käsen ergötzte, bekam er seine Helena> und in der 29. These <… wenn sein Bruder Hektor dasselbe getan hätte, wäre er nie getötet worden>. Die Thesen Bollas sind also durchaus unterhaltsam, von Humor und Witz geprägt. Im Anhang findet sich ein ausführliches Sachwortverzeichnis (C.-L. Riedel). Interessant ist der angefügte Aufsatz von Moriz Ertl (1930) zu Bollas Text, der aber den facetienhaften Charakter des Textes <übersieht> ( Kommentierung von S. Kratzsch) und nicht zuletzt Biographisches zu Bolla.

Die folgenden vier Texte von Jacobus Gerstenberg, Iohannes-Petrus Lotichius, Friedrich Käseberg und Nicolaus Eberhardi sind in gelehrtem Latein abgefasste wissenschaftliche  Publikationen, die erstmals von S. Kratzsch übersetzt in  deutscher Sprache vorliegen.

Im 3. Stück <Wie kommt es, dass viele eine Abneigung gegen das Käse-Essen haben> formuliert Jacobus Gerstenberg 684 (588 fehlt; 181a zusätzlich) philosophische Disputationsthesen, die der Verfasser am 23.09.1606 in Jena unter dem Vorsitz von Thomas Sagittarius verteidigte. Gerstenberg strukturierte seine Thesen mit gedanklicher Strenge in einem System von Kategorien aller Ursachen und sucht nach derjenigen, unter welche die Käse-Affektion fällt. Der Autor ordnet sein System in <innere> und <äußere> Ursachen; zu den inneren zählen Substanz und Akzidens, die äußeren setzen sich aus übernatürlichen und natürlichen zusammen (Aufbau der Thesen von S. Kratzsch im Anhang). Der Begriff <Käse> wird nur in wenigen Thesen erwähnt. Die Ursache für die Abneigung gegen das <Käse-Essen> bleibt letztlich verborgen. Zum Schluss wendet sich Gerstenberg an den Leser mit der Aufforderung: <Also, wenn Du etwas Richtigeres als diese Dinge weißt, teile es redlich mit, … wenn nicht, benutze dieses gern mit uns>. Wertvolle Fußnoten ergänzen den Text; die für die Thesen verwendeten Quellen werden im Anhang aufgelistet; eine Kurzbiographie von Thomas Sagittarius sowie ein ausführliches Sachwortverzeichnis (C.-L. Riedel) angefügt.

Im 4. Stück <Traktat über die Wertlosigkeit des Käses> stellt Iohannes-Petrus Lotichius 1643 seine medizinisch-philologische Untersuchung in 27 Thesen vor. Lotichius, <medicus et poeta>, der dem Leser auch im Portrait vorgestellt wird, lehrt und forscht – selbst hochbelesen und gebildet - im Gedankengebäude aus schriftlichen Quellen, die sich auf  Aristoteles, Hippokrates und Galen bis hin zu zeitgenössigen Autoren beziehen, wobei er seinen zitierten <Gewährsleuten> wenig kritisch gegenübertritt. Vor dem Hintergrund der Humoral- und Temperamentenlehre untersucht der Autor die Wertlosigkeit des Käses. Der wahren Definition nach ist <Käse eine unförmige, stinkende aus den Schlacken und erdigen abfallartigen Teilen der Milch zu Nahrungszwecken zum Gerinnen gebrachte oder  vereinigte Masse> (5. These). Nach Celsus ist <jeder Käse eine dem Magen feindselige Sache> (8. These) oder nach Galen, der frischen wie alten Käse <nicht des Essens für würdig erachtet, sondern ihn für Wunden, und Gichtknoten und zwar bei plebejischen Menschen … anwendet> (15. These) oder mit Bezug auf Galen darauf hinweist, dass alle Käse <dicke Körpersäfte> erzeugen (23. These). Die Schlussbemerkung von Lotichius lautet: <Wer also dieses Ungeheuer meidet, der ist weise>. Die vom Autor verwendete kompilierende Methodik ist damals in der wissenschaftlichen Arbeit durchaus üblich. Empirische Ansätze, die spätestens von Galilei und Bacon (1. Hälfte des 17. Jahrhunderts) in wissenschaftlichen Untersuchungen  angewendet wurden, finden sich aber bei Lotichius noch nicht. Im vorliegenden Fall von Käse wären etwa die konkrete Ermittlung und Untersuchung der Eigenschaften verschiedener Käsesorten im Experiment in die <neue> Richtung gegangen.

Im Anhang werden von Lotichius zitierte Verse aus dem <Regimen Sanitatis Salernitanum> (Ed. De Renzi) sowie zitierte Autoren und Werke (S. Kratzsch) aufgelistet und ein umfangreiches Sachwortverzeichnis (C.-L. Riedel) angefügt. Darüberhinaus wurden zwei Veröffentlichungen aus dem vergangenen Jahrhundert aufgenommen: (a)
eine glänzende Kurzfassung der Thesen in deutscher Sprache  von Robert Martiny und (b) eine Wiedergabe der vorgenannten Kurzfassung in Versform in niederdeutscher Mundart von Auguste Fehser, die  sprachlich ein Genuss ist.

Im 5. Stück stellt Friedrich Käseberg seine naturwissenschaftliche Dissertation <Vom Käse als Nahrungsmittel> vor, die der Verfasser im August 1680 vor der Jenaer Philosophischen Fakultät unter dem Vorsitz des Philosophen Johann Andreas Schmidt verteidigte. Der Autor erarbeitete seine 22 Thesen im Wissenschaftsverständnis seiner Zeit. Er ist belesen und beruft sich  in seinen Thesen in kritisch reflektierter Weise u.a. auf Aristoteles, Hippokrates, Galen, Plinius und Aelianus sowie auf zeitgeschichtlich jüngere Gelehrte wie Casaubon, Conring, Helmont, Lotichius, Plempius, Scaliger und Schoock. In seinen Thesen befasst er  sich zunächst mit dem Namen <Käse>, dann betrachtet er die Sache aus Sicht der Milch: <Ihre drei Teile werden bestimmt als ein molkiger, ein käsiger und ein fetter. Manchmal wird er hergestellt aus Teilen, die ihrer Fettigkeit noch nicht beraubt sind …> (5. These). Er stellt die Bedeutung des Lab heraus (8. und 20. These), weist auf regionale Qualitäten der Käse hin (10. These), ebenso auf  Bearbeitungstechniken wie Räuchern und Färben (11. These), stellt Unterschiede von Käsen verschiedener tierischer Herkunft heraus (10 und 14. These) und bezieht in die Aussage, ob Käse ein gutes Nahrungsmittel ist, die Bedeutung der <verschiedenen Konstitutionen des Körpers> mit ein (21. These). In diesem Kontext setzt sich der Autor auch mit Lotichius sehr kritisch auseinander und widerspricht ihm vehement: <…, dass nur manche Käsearten stinken, nicht aber alle, so dass … Lotichius … irrigerweise sagt, übler Geruch sei ein eigenes und untrennbares Akzidens des Käses …> (16. These) oder <…, wenn wir bei Verstand bleiben, nicht mit Lotichius übereinstimmen, …, wenn er schreibt, jeder Käse sei entweder wenig oder überhaupt nicht nahrhaft, belaste den Kopf, …, erzeuge dicke, verbrannte und melancholische Säfte, … und glaubt zu seinen (des Lotichius) Vorgängern zu haben den Dioskurides, den Celsus, den Hippokrates und den Galen …> (17. These). Käsebergs  subjektive Abneigung gegen Käse (22. These) geht dagegen in seine wissenschaftliche Bewertung in keiner Weise ein. Auf wertvolle Fußnoten und ein Abschnitt über zitierte Autoren und Werke (S. Kratzsch) sowie ein ausführliches Sachwortverzeichnis (C.-L. Riedel) wird hingewiesen.

Im 6. Stück stellt Nicolaus Eberhardi seine naturwissenschaftliche Dissertation <Die Butter als Nahrungsmittel> vor, die der Verfasser im August 1680 vor der Jenaer Philosophischen Fakultät unter dem Vorsitz des Philosophen Johann Andreas Schmidt verteidigte. Der Autor erarbeitete seine 11 Thesen im Wissenschaftsverständnis seiner Zeit unter kritisch reflektierter Einbeziehung der Lehren von Aristoteles, Hippokrates, Plinius und Galen sowie der zeitgeschichtlich jüngeren  Gelehrten wie Casaubon, Conring, Helmont, Plempius und Schoock und ist - anders als Gerstenberg, Lotichius und Käseberg - offen für neue naturwissenschaftliche Ansätze eines Francis Bacon, den der Autor zitiert. Seine Dissertation leitet er mit einer grundsätzlichen These ein, dass es <der Zweck des Nahrungsmittels ist, jenen Körper, der es zu sich nimmt, am Leben zu erhalten …> (1. These); auch 330 Jahre
später eine durchaus adäquate Definition. Der Verfasser diskutiert an Fallbeispielen, wie groß der Zeitraum ohne Nahrungsaufnahme sein kann, denn letztlich werden <unsere Körper durch Speisen unterhalten, genährt und gefördert> (2. These). Nach dieser allgemeinen Einführung befasst sich Eberhardi mit dem Namen der Butter, mit ihrer Gewinnung aus Milch <… und der fette Teil, den sie Butter nennen, steigt, weil er leicht ist, an die Oberfläche …> (3. These). Er weist aber auch daraufhin, dass <… wir die Butter der Ernährungskraft berauben, …, weil ihr unmäßiger und unzeitiger Gebrauch nicht für alle in gleicher Weise passt … > (7. These) und fügt in diesem Kontext an, dass es dem Urteil der Ärzte überlassen ist, Ursachen der Krankheiten aus den Nahrungsmitteln abzuleiten.
Auf regionale und auf tierartspezifische Unterschiede der Butter geht Eberhardi ebenso ein, wie auf die Farbe der Butter, das Salzen  und weist insbesondere auf die Maibutter hin, die für die Ernährung am besten ist; dieser Aussage ist auch aus heutiger Sicht nicht zu widersprechen. Auf wertvolle Fußnoten und ein Abschnitt über zitierte Autoren und Werke (S. Kratzsch) und ein ausführliches Sachwortverzeichnis (C.-L- Riedel) wird hingewiesen.

Die <Caseologie> stellt dem Leser eine <bunte> milchwissenschaftliche Anthologie aus der Zeit vor 300 bis 400 Jahren vor. Dank an alle Mitwirkenden, die mit der vorliegenden deutschen Erstherausgabe dem Leser einen Blick in die Geschichte der Milchwirtschaft  ermöglichen und damit wiederum einen beachtenswerten Beitrag zur Kultur-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte geleistet haben.

Prof. Dr. Dr. Eckhard Schlimme, Einbeck (vormals Kiel)               
November 2010 

Buchbesprechung von Dr. Hans-Georg Brod
15.08.2011

Einige Abbildungen aus dem Buch

Aquarelle: Frau Charlotte Henneberg , Kiel um 1929

Butterjungfer auf dem toskanischen Brunnen in Zerbst (um 1650)

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